Researching Patterns of Self-Organization in Urban Structures: Case Study Isfahan Bazaar
Das Konzept der Selbstorganisation ist komplex und interdisziplinär und verbindet intuitive Naturgesetze mit den Prinzipien künstlichen Lebens. Um das Verständnis dieses Konzepts zu vertiefen, wurden in dieser Studie verschiedene Werkzeuge zur Analyse und zum Vergleich der Gesetze der Selbstorganisation im urbanen Kontext entwickelt, wobei der Basar von Isfahan als Fallbeispiel diente. Die Studie befasst sich mit der begrenzten Forschung zur Selbstorganisation in den Sozialwissenschaften und der Stadtplanung als System, das die Entwicklung eines komplexen urbanen Raums erhellen kann. Analytische Forschung ist entscheidend für die Revitalisierung des historischen urbanen Kontextes und die Entwicklung effektiver Interventionsmaßnahmen. Durch die Untersuchung von Mustern in Gebieten, die von Kriegen oder Naturkatastrophen betroffen sind, können wir ein tieferes Verständnis dafür gewinnen, wie intuitive Regeln der Selbstorganisation zur Entstehung menschlicher Siedlungen in Notsituationen führen können.
Problemdefinition:
Die Untersuchung historischer urbaner Strukturen, sei es mit dem Ziel der Revitalisierung bestehender Strukturen oder der Entwicklung neuer Interventionsmaßnahmen, erfordert fundierte analytische Forschung zu diesem Kontext.
Leider wurde im Fall des Basars von Isfahan der sogenannte analytische Ansatz zum Verständnis der zugrundeliegenden Muster von Nachhaltigkeit und Selbstorganisation bisher nicht ausreichend berücksichtigt, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung des Basars über zwei Jahrtausende und seine drei Kilometer lange, lebendige Struktur.
Forschungsbedarf:
Es besteht ein Mangel an Forschung zum Phänomen der Selbstorganisation im Kontext der Sozialwissenschaften (unter Berücksichtigung von Architektur und Stadtplanung als räumliche Rahmung sozialer Aktivitäten).
Forschungsfragen:
Welche zentralen Aspekte prägen den Basar von Isfahan, der sich seit über tausend Jahren als anpassungsfähige und nachhaltige Stadtstruktur etabliert hat?
Lassen sich aus der Basarstruktur Muster ableiten, die auf Selbstorganisation und adaptiven Ausbreitungsmustern basieren, und diese auf andere Stadtstrukturen übertragen, insbesondere im Hinblick auf eine bessere Korrelation und Entsprechung zwischen Alt und Neu, Vergangenheit und Zukunft?
Um diese Fragen zu beantworten, bietet der Basar von Isfahan ein einzigartiges Potenzial, sein lebendiges Erscheinungsbild im Verlauf der Stadtentwicklung über ein Jahrtausend hinweg in drei bedeutenden städtebaulichen Transformationsphasen zu vergleichen und zu erforschen. Die Untersuchung der besonderen Merkmale des Basars von Isfahan als sich selbst entwickelndes Artefakt belegt das Genre des städtischen Wachstums mit erkennbaren Gemeinsamkeiten in verschiedenen historischen Epochen. Diese Analogien in den Wachstumsmustern werden anhand dreier wesentlicher Entwicklungsphasen der Stadt Isfahan untersucht:
1. Die frühe Stadtgründung im Jahr 772 n. Chr.
2. Die erste einflussreiche städtebauliche Transformation im 11. und 12. Jahrhundert
3. Die Blütezeit der Stadt im 16. und 17. Jahrhundert
Die analytische Studie des Basars nutzt Wissensmanagement-Software als Raumstruktur, um die zugrunde liegende Logik der Selbstorganisation in Bezug auf Bewegungs– und Nutzungsmuster der Stadt zu entschlüsseln.
Rojiar Soleimani ist Architektin und Forscherin mit einem Doktortitel in Architektur der TU Wien und verfügt über umfangreiche internationale Erfahrung im Entwurf und Stadtforschung. Derzeit arbeitet Soleimani als leitende Architektin bei Coop Himmelb(l)au in Wien und hat an einer Vielzahl hochkarätiger globaler Projekte in Europa, dem Nahen Osten und Asien mitgewirkt. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf Stadtmorphologie und Selbstorganisation in komplexen urbanen Systemen, wobei architektonischer Entwurf mit computergestützten und forschungsbasierten Ansätzen kombiniert wird. Neben der beruflichen Praxis engagiert sich Soleimani aktiv in der Lehre und im akademischen Diskurs und trägt zu internationalen Konferenzen und wissenschaftlichen Publikationen bei. Mit ihrem Hintergrund, der Praxis, Forschung und Lehre verbindet, bringt Soleimani eine multidisziplinäre Perspektive in die zeitgenössische Architektur und Stadtplanung ein.
- Projektlaufzeit
- bis September 2024
- Projektleitung
- Dr.techn. Dipl.-Ing. M.Arch Rojiar Soleimani
- Supervision und Gutachten/Kritik
- Bild
- © base map: Shafaghi, 2006.