Corridor+
Die Südbahnstrecke als multicodierter Teil der (Stadt-)Landschaft zwischen Meidling und Mödling
- Herausgeber*innen
- Sebastian Sattlegger
- Andre Krammer
- Ute Schneider
- Harald Frey
- Publikationsart
- Buch
- Verlag
- Forschungsbereich Städtebau und Entwerfen, Technische Universität Wien
- Erscheinungsjahr
- 2026
Der Ausbau der Südbahn zählt zu den größten Infrastrukturvorhaben im Süden der Wiener Metropolregion. Er wird die Region langfristig prägen – nicht nur in verkehrlicher Hinsicht, sondern auch räumlich, ökologisch und gesellschaftlich. Gleichzeitig zeigt sich, dass verkehrliche Projekte oft vor allem aus einer technischen Perspektive gedacht und geplant werden, während ihre räumlichen Auswirkungen nur unzureichend berücksichtigt werden.
Aus dieser Beobachtung heraus entstand die Motivation für die vorliegende Arbeit, die Südbahn nicht nur als Verkehrsinfrastruktur zu betrachten, sondern als Teil eines komplexen Raumgefüges. Ziel war es, die mit dem Ausbau verbundenen Herausforderungen als Chance zu begreifen und neue Perspektiven für eine integrierte Entwicklung entlang des Korridors zu eröffnen. Gleichzeitig sollte angeregt werden, ausgewählte Schnittstellen zwischen Infrastruktur und Umgebung im Zuge des laufenden Planungsprozesses weiterzudenken, sowie räumlich und funktional qualitätsvoll auszugestalten.
Die Arbeit ist im Rahmen der Lehrveranstaltung Integratives Entwerfen Corridor+ an der TU Wien entstanden und versteht sich als experimentelles Labor, in dem unterschiedliche Maßstabsebenen, Disziplinen und Fragestellungen zusammengeführt wurden. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie Infrastruktur, Siedlungsentwicklung und Freiraum gemeinsam gedacht und gestaltet werden können – und welche räumlichen Qualitäten daraus entstehen können.
Die vorliegende Publikation dokumentiert diesen Prozess. Sie zeigt keine fertigen Lösungen, sondern eine Sammlung von Annäherungen, Entwurfsansätzen und -motiven. Gleichzeitig soll sie dazu beitragen, eine Diskussion darüber anzustoßen, wie große Infrastrukturprojekte künftig stärker als integrative Gestaltungsaufgabe verstanden werden können.