Productive Rhine-City Duisburg
A reurbanized Industrial Zone – A new Relation to the River
- Autor*innen
- Simon Hausmann
- Betreuung
- Co-Betreuung
- Datum (veröffentlicht)
- 2025
Die Stadt Duisburg weist mit ihrer Lage am Rhein und der Ruhr ein besonderes Potenzial auf. Einerseits ist sie als Teil des Ruhrgebiets bis heute vom Strukturwandel betroffen, bedingt durch den Niedergang der Montanindustrie ab den 1950er Jahren, der bis heute soziale, wirtschaftliche und raumplanerische Problem- und Handlungsfelder offenlässt. Andererseits weisen gerade innerstädtische Industrieflächen, insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Flächenknappheit in den benachbarten Rheinmetropolen, ein enormes Entwicklungspotenzial auf.
Duisburg, immer noch eine “Stahl-Stadt” mit dem größten Binnenhafen Europas und der Lage an internationalen Bahn- und Fernstraßenkorridoren, ist infrastrukturell stark aufgestellt. Sie ist eine “produktive Stadt” im besten Sinne, die enorme städtebauliche Entwicklungspotenziale birgt und deren negatives Image es aufzubrechen gilt. Diese Arbeit untersucht dieses transformative Po-tenzial konkret anhand des Stadtteils Duisburg-Hochfeld, dessen Industrieareal seit Beginn der Industrialisierung bereits massiven Transformationsprozessen unterworfen war und dies weiterhin ist. Dabei wird zunächst die Frage der Ver-ortung und der strategischen Ausrichtung der Stadt in den Blick genommen, die ihre Wurzeln einerseits als Handelsstadt am Rhein hat, andererseits durch ihre Industriegeschichte traditionell mit dem Ruhrgebiet verbunden ist. Im Rahmen eines Exkurses wird anhand der Analyse der Internationalen Bauausstellungen Emscher Park und Stadtregion Stuttgart von verschiedenen Herangehensweisen urbaner Transformation und konkreter Projektbeispiele gelernt und der aktuelle Diskurs hinsichtlich des Leitbilds einer produktiven Stadt thematisiert.
Eine räumlich-strukturelle Betrachtung der Stadt Duisburg mündet schließlich in einem stadträumlichen Leitbild, auf dem aufbauend, zusammen mit Erkenntnissen der historischen Stadtentwicklung, ein Entwurf für eine Reurbanisierung des Industrieareals Duisburg Hochfeld auf mehreren Maßstäben entwickelt wird, der eine räumliche wie programmatische Einbettung des Industriereals in den städtischen Kontext zum Ziel hat. Das Konzept setzt auf Methoden der Vermischung, Überlagerung und Verdichtung, anstelle “gelernter” Verdrängungsmodelle. Das Zukunftsbild für Hochfeld ist ein Quartier, das Energieproduktion, Industrie, Gewerbe, Freizeit und Wohnen zusammendenkt und damit neue, eigene urbane Qualitäten für die Rheinstadt Duisburg schafft – und diese damit als attraktive, leistbare Alternative zu Städten wie Köln und Düsseldorf positioniert.