Vom Parkhaus zum Multipurpose-Haus
Die Transformation von Parkhäusern zur Förderung sozialer Nachbarschaften im Großraum Wien
- Autor*innen
- Noura Mansour
- Betreuung
- Datum (veröffentlicht)
- 2024
- Bild
- © Noura Mansour
Das Automobil hat in den Städten seit der Industrialisierung eine viel zu hohe Wichtigkeit eingenommen. Der enorme Flächenverbrauch durch den ruhenden Individualverkehr ist ein altbekanntes Problem. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Monofunktionalität und der geringen Auslastung von Wiener Parkhäusern und deren enormem Potenzial, durch eine Transformation als erweitertes Wohnzimmer in der Stadt zu fungieren. Innerstädtische Hochgaragen bieten die Möglichkeit, Community-Hubs in Stadtgebieten zu kreieren, in denen es an sozialen Räumen und öffentlichen Treffpunkten mangelt. Dabei soll die bereits vorhandene Architektur der nur wenig ausgelasteten Hochgaragen hergenommen werden, um ressourcenschonend aus einem Parkhaus ein Multipurpose-Haus für die Stadtbewohner:innen zu schaffen.
Das Ziel besteht darin, nach einer Bestandsaufnahme der Hochgaragen im Großraum Wien unterschiedliche städtebauliche Konzepte für Parkhäuser im Stadtraum zu entwickeln und verschiedene Typen von Multipurpose-Häusern zu entwerfen, die durch ihr Dasein sozialräumliche Defizite in ihrer Umgebung ausgleichen. Auf diese Weise werden monofunktionale Parkhäuser zu City-Hubs bzw. Quartiershäusern mit einem vielfältigen Angebot an Sozialräumen, Mobilitäts- und Versorgungsdienstleistungen umgewandelt, die auf Nachbarschaftsebene, Bezirksebene und Stadtebene einen Mehrwert bieten.
Zu Beginn werden hierfür die Geschichte des Parkens sowie die bisherige Rolle von Parkhäusern und der Wandel im Umgang mit Parkraum und Parkhausarchitektur untersucht. Im nächsten Schritt wird die Wirkung der Garage Grande im 16. Bezirk, ein Zwischennutzungsprojekt in einer ehemaligen Garage, auf sozialräumlicher und kultureller Ebene analysiert. Ein Experteninterview unterstützt diese Analyse und erläutert das Parkhaus als Möglichkeitsraum in der Stadt. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse werden Transformationsvorschläge an drei verschiedenen Parkhäusern in Wien erprobt. Dabei werden die jeweiligen Standorte und deren Umfeld analysiert, die Potenziale räumlich wie programmatisch herausgearbeitet und ein konkreter Transformationsvorschlag entworfen. Auch die sozialräumliche Ebene einer solchen Transformation sowie ihre Wirkung werden erläutert.